Spritkostenrechner

Diesel oder Benziner: ab wie viel Kilometern lohnt sich Diesel

Vergleiche zwei konkrete Modelle mit ihren Verbrauchswerten, Steuern und Nebenkosten. Der Rechner zeigt den Kostenunterschied pro Jahr und die Fahrleistung, ab der sich der Diesel bezahlt macht.

km
Jahre
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l/100 km
€/l
€/Jahr
l/100 km
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€/Jahr
Mehr Optionen: AdBlue, Restwert, Reparaturrücklage
ct/km
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€/Jahr
Ergebnis über die Haltedauer
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Benziner pro Jahr
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Diesel pro Jahr
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Break-even
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km pro Jahr

Spritkosten pro Jahr im Vergleich

Ein Diesel braucht für dieselbe Fahrleistung 15 bis 25 Prozent weniger Liter als ein vergleichbarer Benziner. Dieselkraftstoff enthält rund 10 Prozent mehr Energie pro Liter, und der Dieselmotor arbeitet mit höherer Verdichtung und ohne Drosselklappe effizienter. Pro Kilometer stößt er trotzdem nur wenig weniger CO₂ aus, weil jeder Liter Diesel beim Verbrennen rund 2,65 kg CO₂ erzeugt, ein Liter Benzin rund 2,33 kg.

Lange war Diesel an der Säule zudem 15 bis 25 ct billiger. Der Grund ist die Energiesteuer: 47,04 ct je Liter Diesel gegenüber 65,45 ct je Liter Benzin. Seit 2021 kommt der CO₂-Preis dazu, 2026 im Korridor von 55 bis 65 € je Tonne. Er belastet Diesel wegen des höheren CO₂-Gehalts pro Liter etwas stärker, mit rund 16 ct gegenüber 14 ct pro Liter plus Mehrwertsteuer. 2026 lag Diesel zeitweise sogar über dem Preis für E5 und E10, weil der Weltmarktpreis für Mitteldestillate stärker gestiegen ist. Damit war der Preisvorteil an der Säule weg, und nur der Minderverbrauch blieb.

FahrleistungBenziner 7 l, 2,16 €Diesel 5,5 l, 2,28 €Diesel 5,5 l, 1,96 €
10.000 km1.512 €1.254 €1.078 €
15.000 km2.268 €1.881 €1.617 €
20.000 km3.024 €2.508 €2.156 €
30.000 km4.536 €3.762 €3.234 €

Die rechte Spalte zeigt den Diesel mit dem früher üblichen Abstand von 20 ct unter Benzin. Bei 15.000 km spart er dann rund 650 € Sprit im Jahr, bei den Preisen von 2026 nur rund 390 €. Der Abstand zwischen beiden Spalten zeigt, wie stark die Entscheidung vom Preisunterschied abhängt, den niemand für sechs Jahre vorhersagen kann. Rechne im Rechner oben deshalb einmal mit aktuellen Preisen und einmal mit einem Abstand von 10 bis 15 ct zugunsten von Diesel. Liegt der Diesel in beiden Fällen vorn, ist die Entscheidung robust.

Kfz-Steuer Diesel gegen Benziner

Die Kfz-Steuer für Autos mit Erstzulassung ab 2021 setzt sich aus einem Hubraumanteil und einem CO₂-Anteil zusammen. Beim Hubraum zahlt der Diesel fast das Fünffache. Damit gleicht der Staat aus, dass Dieselkraftstoff weniger Energiesteuer trägt.

Benziner: 2,00 € je angefangene 100 cm³ + CO₂-AnteilDiesel: 9,50 € je angefangene 100 cm³ + CO₂-Anteil

Der CO₂-Anteil ist für die ersten 95 g/km steuerfrei und steigt darüber stufenweise. Maßgeblich ist der WLTP-Wert aus Feld V.7 der Zulassungsbescheinigung Teil I.

CO₂-AusstoßSteuer je Gramm
bis 95 g/km0,00 €
96 bis 115 g/km2,00 €
116 bis 135 g/km2,20 €
136 bis 155 g/km2,50 €
156 bis 175 g/km2,90 €
176 bis 195 g/km3,40 €
über 195 g/km4,00 €
BeispielHubraumanteilCO₂-AnteilKfz-Steuer pro Jahr
Benziner 1.498 cm³, 130 g/km30 €73 €103 €
Diesel 1.968 cm³, 115 g/km190 €40 €230 €
Benziner-SUV 1.984 cm³, 175 g/km40 €192 €232 €
Diesel-SUV 1.968 cm³, 150 g/km190 €121 €311 €

Für Autos mit Erstzulassung zwischen 2014 und 2020 gilt ein linearer CO₂-Satz von 2 € je Gramm über 95 g/km, gemessen meist noch nach NEFZ. Ältere Autos werden nach Schadstoffklasse besteuert, dort zahlen Euro-4-Diesel ohne Partikelfilter deutlich mehr. Den genauen Betrag für dein Modell liefert der Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums.

Versicherung und Anschaffungspreis

Kfz-Versicherer stufen Diesel oft in höhere Typklassen ein, weil Dieselfahrer im Schnitt mehr fahren und dadurch häufiger Schäden melden. Bei gleichem Modell und gleicher Schadenfreiheitsklasse liegt der Beitrag typischerweise 5 bis 15 Prozent höher. Wer viel fährt, zahlt ohnehin mehr, denn die angegebene Jahresfahrleistung ist ein Tarifmerkmal. Schwerer wiegt der Kaufpreis: Diesel kosten neu meist 1.500 bis 3.000 € mehr als der vergleichbare Benziner, weil Partikelfilter, SCR-Katalysator, AdBlue-System und die aufwendigere Einspritzung teuer sind.

Neuwagen

Der Mehrpreis muss über die Haltedauer durch niedrigere laufende Kosten wieder hereinkommen. Bei 2.000 € Mehrpreis und 6 Jahren sind das 333 € pro Jahr. Ein Teil davon kommt beim Verkauf über einen höheren Restwert zurück, falls Diesel dann noch gefragt sind.

Gebrauchtwagen

Ältere Diesel bis Euro 5 sind wegen Umweltzonen und früherer Fahrverbote günstig zu haben. Beim Wiederverkauf fällt der Preis aber ebenso. Euro-6d-TEMP und Euro 6d sind von Diesel-Fahrverboten ausgenommen.

Die Nachfrage nach Dieseln für Privatkunden sinkt seit Jahren, viele Hersteller haben kleinere Diesel aus dem Programm genommen. Für die Rechnung heißt das: Beim Restwert nach sechs bis acht Jahren solltest du für den Diesel keinen Vorteil mehr einplanen. Bei großen Kombis, SUV und Transportern, die oft Anhänger ziehen, bleibt er dagegen gefragt.

AdBlue und Wartung beim Diesel

Moderne Diesel ab Euro 6 brauchen meist AdBlue, eine 32,5-prozentige Harnstofflösung, die im SCR-Katalysator Stickoxide in Stickstoff und Wasser zerlegt. Der Verbrauch liegt bei 1 bis 1,5 Litern auf 1.000 km, bei großen SUV auch darüber.

  • Preis: AdBlue kostet an der Lkw-Zapfsäule rund 0,80 bis 1 € pro Liter, im Kanister 1,50 bis 2 €, in der Werkstatt oft mehr. Pro 100 km sind das 10 bis 25 ct.
  • Leerer Tank: Ist der AdBlue-Tank leer, lässt sich der Motor nach dem Abstellen nicht wieder starten. Die Anzeige warnt meist ab 2.400 km Restreichweite.
  • Teure Bauteile: Partikelfilter, Hochdruckeinspritzung, Abgasrückführung und Turbolader sind teurer als beim Benziner. Ein neuer Partikelfilter kostet 1.000 bis 2.500 €, ein AdBlue-Tank mit Heizung bei Defekt 800 bis 1.500 €.
  • Laufleistung: Dieselmotoren halten bei viel Langstrecke oft länger. Ein Vorteil ist das nur, wenn du das Auto lange fährst.
  • Für den Rechner: 0,3 bis 1 ct/km Mehrkosten für AdBlue und Wartung sind ein realistischer Schätzwert.

Viele neuere Diesel sind für HVO100 freigegeben, einen paraffinischen Diesel aus Rest- und Abfallstoffen, der seit 2024 an deutschen Tankstellen verkauft wird. Er verursacht in der Herstellungsbilanz deutlich weniger CO₂, kostet aber meist 10 bis 20 ct mehr als normaler Diesel. Ob dein Auto ihn verträgt, steht im Tankdeckel (Kennzeichnung XTL) oder in der Freigabeliste des Herstellers.

Break-even-Kilometer selbst ausrechnen

Ab einer bestimmten Fahrleistung gleichen die niedrigeren Kosten pro Kilometer die festen Mehrkosten des Diesels aus. Diese Schwelle heißt Break-even. Darunter ist der Benziner günstiger, darüber der Diesel.

Break-even (km/Jahr) = feste Mehrkosten Diesel pro Jahr ÷ Ersparnis pro km
  1. Feste Mehrkosten pro Jahr: Mehrpreis ÷ Haltedauer + Steuerdifferenz + Versicherungsdifferenz. Beispiel: 333 € + 127 € + 50 € = 510 €.

  2. Kosten pro Kilometer beider Autos: Verbrauch × Preis ÷ 100. Benziner: 7 × 2,16 ÷ 100 = 15,1 ct. Diesel: 5,5 × 2,28 ÷ 100 + 0,5 ct AdBlue = 13,0 ct.

  3. Ersparnis pro Kilometer: 15,1 − 13,0 = 2,1 ct.

  4. Teilen: 510 € ÷ 0,021 € = rund 24.500 km pro Jahr.

Preis Diesel gegenüber Super E10Ersparnis pro kmBreak-even
12 ct teurer (2,28 € zu 2,16 €)2,1 ctca. 24.500 km
gleich teuer (2,16 €)2,7 ctca. 18.500 km
10 ct billiger (2,06 €)3,3 ctca. 15.500 km
20 ct billiger (1,96 €)3,8 ctca. 13.500 km

Werte für 7 l Benziner gegen 5,5 l Diesel, 0,5 ct/km AdBlue und 510 € feste Mehrkosten pro Jahr.

Daher stammt die alte Faustregel von 15.000 bis 20.000 km: Sie stimmt nur bei einem deutlichen Preisvorteil für Diesel. Wer weniger als 12.000 km im Jahr fährt, landet mit dem Benziner fast immer günstiger, egal wie sich die Preise entwickeln. Wie viel ein Liter mehr oder weniger Verbrauch pro Jahr ausmacht, zeigt der Fahrtkostenrechner.

Kurzstrecke und Partikelfilter

Der Dieselpartikelfilter sammelt Ruß und brennt ihn alle paar hundert Kilometer frei. Diese Regeneration braucht Abgastemperaturen von rund 600 °C, die erst nach 15 bis 20 Minuten zügiger Fahrt erreicht werden. Wer nur 5 km zur Arbeit fährt, unterbricht die Regeneration immer wieder, und der Filter setzt sich zu.

Leuchtet die Partikelfilter-Warnlampe, fahr 20 Minuten über Land oder Autobahn bei mindestens 2.000 Umdrehungen und ohne abzuschalten. Bleibt die Lampe an, muss eine Werkstatt den Filter zwangsregenerieren, bevor der Motor in den Notlauf schaltet.

Häufige Regeneration erhöht den Verbrauch um 5 bis 10 Prozent während des Vorgangs und verdünnt das Motoröl mit Diesel, was kürzere Ölwechselintervalle nötig macht. Bei überwiegend Kurzstrecken ist ein Benziner oder ein Vollhybrid deshalb die bessere Wahl, auch wenn die Jahreskilometer über der Break-even-Schwelle liegen. Ein Hybrid verbraucht in der Stadt oft weniger als ein Diesel. Wer zu Hause laden kann, sollte zusätzlich die Stromkosten eines Elektroautos gegenrechnen. Für Fahrprofile mit viel Autobahn, Anhänger oder Wohnwagen bleibt der Diesel wegen Drehmoment und Reichweite stark.